4/4 Artikel – Apps: Free to play – Alles gratis? Kostenmodelle der Game Apps

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Game Apps scheinen die neue Goldgrube der Gameindustrie zu sein. STARTIn-App-HinweisGünstige oder „kostenlose“ Spiele für Smartphones und Tabletcomputer werden von Erwachsenen,  Jugendlichen und Kindern rege zur Unterhaltung genutzt. Dabei erscheinen täglich viele neue Titel, welche Spielspass versprechen. Aufgrund der hohen Leistungsfähigkeit & Nutzerzahlen (in der westlichen Welt) von Smartphones und der steigenden Spiellust der Erwachsenen, ergibt sich so ein potenter Markt.

 

Wie viel Geld fliesst?

Auch wenn die Mehrheit der Spiele keine breitere Beachtung findet, gibt es einige wenige mit denen viel Geld verdient wird. Beispielsweise machte die Firma Gameloft aus Frankreich im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz über 100 Millionen Euro mit Game Apps

(http://www.appgefahren.de/gameloft-lobt-in-app-kaufe-virtuelle-guter-76898.html). Und der finnische App-Hersteller Supercell verdiente vergangenes Jahr gar 689 Millionen Dollar 1clash-of-clansmit seinen beiden Mobile-Games „Clash of Clans“ und „Hay Day“ (http://derstandard.at/1389860238940/Zwei-Gratisspiele-knoepften-Usern-vergangenes-Jahr-689-Millionen-Dollar-ab). Den grossen Teil des Umsatzes verdankt man so genannten „Walen“ – Kunden, die mehrere tausend Dollar im Jahr für ihre Spielfortschritte ausgeben. Meist ist dies ein kleiner Prozentsatz der Spielenden (ca 3%) welche über 100 Fr pro Spiel ausgeben. Weitere 30% geben im Schnitt 14 Fr aus, während 60-70% nichts ausgeben. Dies genügt jedoch um grosse Umsätze zu generieren. Beispielweise werden in täglich 700 Millionen gespielten „Candy Crush“-Partien 460.000 Euro ausgegeben. Oder bei „Clash of Clans“ sind dies gar 650’000 Euros täglich. Ein einzelner virtueller Gegenstand kann in einem Spiel von 1 bis zu 120 Euro kosten.

 

Für was bezahlen?

Dabei wird kaum mehr Geld für den Kauf eines Spiels ausgegeben. Das Verkaufsmodell 2in-app-kauf„Freemium“/“Free to play“ ist das Gebot der Stunde. Gameloft schreibt dazu in ihrem Geschäftsbericht: “Gamelofts schnelles Wachstum wird auch vom erfolgreichen Verkauf virtueller Güter (In-App-Käufe) und durch Werbeeinnahmen angetrieben.” Diese beiden Elemente würden mittlerweile 80 Prozent des Umsatzes auf Smartphones ausmachen. Dies bedeutet, dass Spiele meist kostenlos downloadbar sind und vermehrt innerhalb des Spiels (In-App Käufe) Geldfür Gegenstände, schneller wieder spielen (Wartezeit verkürzen), schneller im Spiel vorwärts kommen (Spielprinzip “pay to 2Werbung-entfernen-win“), Avatar erstellen, Layout des Spiels oder das Ausblenden der Werbung ausgegeben wird. Dabei gibt es seitens der Hersteller unfaire Mechanismen wie Layering (Innerhalb des Spiels Währungen in Währungen wechseln, um so den wahren Wert zu verschleiern) oder echtes, verfügbares und verbrauchtes Geld nie anzeigen. Aber auch faire wie beispielsweise „Quizduell“, wo ersichtlich ist für was man Geld ausgegeben hat
(http://www.appgefahren.de/freemium-rekord-umsatze-spiele-entwicklern-92791.html), sowie bei „League of Legends“, welchem die SpielerInnengemeinde Übersichtlichkeit attestieren.

 

Mit was wird bezahlt?

Die Spiele und In-App-Käufe können mit Bezahldienste wie Paypal oder ClickandBuy oder 3in-app-kauf-passwort-ios-4.3-1Kreditkarte (via Itunes-Konto& Google Playstore) berappen – alles Dienste, die nur für Erwachsene zugänglich sind. Möglich ist allerdings auch die Bezahlung durch Premium SMS und Anrufe zu 0900-Nummern.Oder falls das Kind das Passwort zu den Itunes- oder Google-Stores kennt, besteht die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche in eine Kostenfalle tappen. Denn Käufe werden nach dem Einloggen direkt von den verfügbaren Zahlungsmitteln abgebucht. 3plague-inc-in-app-purchaseGrundsätzlich muss die Rechnung, von den Minderjährigen verursacht, durch die Eltern bezahlt werden. Auch wenn es erste Fragezeichen/Urteile gab, ob Eltern voll dafür verantwortlich gemacht werden können: http://www.hardwareluxx.de/index.php/news/allgemein/wirtschaft/27171-bgh-urteil-in-app-kaufaufforderungen-fuer-kinder-unzulaessig.html & http://www.computerbetrug.de/hohe-rechnungen-durch-kostenlose-spiele.

 

Mechanismen, dass man bezahlt

Damit man in „kostenlosen“ Spielen Geld ausgibt, werden von den Herstellern mehr oder weniger subtile Mechanismen eingebaut. Es ist möglich Freunde zum Mitspielen einzuladen, damit man sich gegenseitig helfen kann oder freigespielte Gegenstände und Errungenschaften zu zeigen. Dabei geht es darum einen gewissen Gruppendruck aufzubauen, wie auch Neid beim Gegenüber zu erzeugen. Immer mit dem Ziel, dass weitere aktiv Spielende gewonnen werden können. Des Weiteren gibt es auch Spiele, bei denen man 4outbreak_respondererspielte Gegenstände oder Errungenschaften wieder verliert, wenn man nicht bereit ist zu bezahlen. Eine weitere Möglichkeit Spielende zum Bezahlen zu motivieren, besteht darin, dass man mit der Fortdauer des Spiels immer länger warten muss, bis ein Fortschritt passiert (bsp. Krieger erschaffen, Häuser bauen, Ressourcen einnehmen). Eine Masche kann auch sein, wie schon oben kurz beschrieben, zu verschleiern, wie viel Geld man bereits im Spiel ausgegeben hat, respektive man gerade für etwas ausgibt. Beispielsweise indem innerhalb des Spiels viele verschiedene Währung bestehen, um Gegenstände, Gebäude etc. zu kaufen (http://www.srf.ch/wissen/digital/games/dragon-city-und-die-tricks-der-free-to-play-industrie & http://www.buffed.de/Internet-Thema-34041/News/Pay2Win-Stigma-ist-ein-Problem-des-Free2Play-Modells-1078459/ & http://www.salzburg.com/nachrichten/medien/sn/artikel/in-app-kaeufe-handy-und-tablet-als-bezahlfalle-91255/).

 

„Bezahlen“ mit Daten

Wie dies bereits bei kostenlosen Diensten (bsp. Facebook oder Google Mail) der Fall ist, werden bei kostenlosen Apps und Game-Apps Daten als Währung „akzeptiert“. Was bedeutet, dass wenn man einen kostenlosen Dienst nutzt, man automatisch einen Teil der Privatsphäre, plus die Daten welche man in den Dienst einspeist, preisgibt. Kostenlose Apps finanzieren sich auch häufig über Werbung. Sie lesen deshalb ungewöhnlich viele Daten aus und machen 5Screenshotdies nicht immer transparent.Denn je mehr man über den User weiss, desto zielgerichteter kann man Werbung einblenden, womit man wiederum mehr Geld verdient. So werden in Spielen und Apps auch immer wieder Werbebanner eingeblendet, die einem auf eine je nach dem dubiose Webseite weiterleiten. Diese Daten helfen den Anbietern wertvolle Kundenprofile zu erstellen. Und wer zum Beispiel Auskunfts-Apps wie Yelp oder produktbezogene Apps wie Barcodescanner nutzt, gibt viel über sein Konsumverhalten preis. Den/Die BenutzerIn kostet das nicht direkt Geld, aber die Kontrolle über seine persönlichen Informationen.Auf Android- und Windows-Phone-Geräten muss man diesen Berechtigungen zustimmen, um die Apps überhaupt installieren zu können. Dasselbe gilt für Updates, mit denen Apps ihre Berechtigung häufig noch erweitern(http://www.focus.de/digital/handy/tid-27554/ios-android-und-windows-phone-die-fiestesten-appzock-apps-abzocke-mit-monsterbeeren_aid_831166.html).

 

Fazit

„Freemium“, “Free to play“, „Pay to win“ sind die Stichwörter, welche aktuell die entwickelnde Industrie von mobile Games und Apps umtreiben. Als BenutzerIn sollte man 6Einschränkung-In-App-Kaufsich Gedanken darüber machen, ob man Spiele und Apps kostenlose nutzen möchte und wenn ja, was die Industrie als Währung dafür verlangt. Des Weiteren sollte man sich dafür interessieren, was Kinder und Jugendliche auf ihrem Smartphone spielen und zu welchen digitalen Plattformen/Shops man ihnen Zugriff gewähren möchte. Und mit ihnen über diese Themen spricht, um sie bezüglich der Gefahren zu sensibilisieren. Nicht zuletzt, weil mit einem Klick schnell (viel) Geld ausgegeben ist und es sich virtuell einfacher ausgeben lässt, als wenn man es als harte Währung aus dem eigenen Portemonnaie nimmt.

 

Weitere Quellen

7in-app-kaeufe-handy-und-tablet-als-bezahlfallehttp://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article5971251/Neue-Online-Spiele-machen-Jugendliche-arm.html

http://www.welt.de/wirtschaft/article127037615/Wir-muessen-Kinder-vor-Kostenfallen-schuetzen.html

http://www.tagesanzeiger.ch/digital/mobil/Wie-GratisGames-den-Spielern-das-Geld-aus-der-Tasche-ziehen/story/10802779

 

Quellen Bilder

– Bereits aufgeführte Webseiten & eigene Bilder

www.softonic.de

– support.apple.com

– justapps.de

www.apps-und-moritz.ch

– www.androidnext.de

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